Les marais poitivin- la venise verte

Heute sind wir, kurzgesagt, im Spreewald. Im französischen Spreewald, dem grünen Venedig Frankreichs. Wir treiben uns zwischen Coulon und Magné herum. La Garette heißt die kleine Häuseransammlung. Ca. 50km von der Atlantikküste erstreckt sich dieses kleine, grüne Paradies. Der ewige Kampf der Bewohner gegen Ebbe, Flut, Überflutungen und Hochwasser, führte über die Jahre zum Anlegen von Kanälen. Das Gebiet wurde damit trockengelegt, eine Kanalwelt, super grüne, saftige Wiesen und Wälder und nahafter Boden sind so entstanden.  Ähnlich wie im Spreewald, der ja wohl auch teilweise von französischen Hugenotten aus Bordeaux angelegt wurde. Früher sehr stark zur Viehhaltung genutzt, jetzt eher weniger, denn auch die Rinder mussten immer mit Kähnen zu den Weiden gebracht werden. Was für eine Arbeit.

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le marais poitevin
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la venise verte

Il fait chaud! 35 Grad! Eigentlich wollen wir ganz aktiv Fahrräder mieten, Kanutouren machen, Wandern, Spazieren. Aber bei diesen tropischen Temperaturen entschliessen wir uns eine Stocherkahn Tour zu machen.

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les barques

Dabei werden wir sicher auch viel Wissenswertes erfahren. Gesagt, getan! um 13.30 Uhr stechen wir in See. Unser Kapitän hatte schon den ein oder anderen Pastis an diesem Morgen und redet etwas wirr. Nora freut sich, da Monsieur Armel alles dreimal wiederholt, versteht sie auch alles. Der Kahn gleitet gemütlich dahin, die Kinder halten ihre Füße ins Wasser und wir genießen den Halbschatten.

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embarquement

Am Rande grasen Charolais Rinder, ein paar Enten kreuzen unseren Weg, und da die Saison Ende August sich dem Ende neigt, treffen wir nur wenig andere Kähne. Eine herrliche Ruhe, bis auf Kapitän Armel der ab und an das Boot zum Wackeln bringt und sich in Staccatoansprachen  über Gott und die Welt ausläßt.

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Monsieur Armel

Ähnlich wie die Gondoliere in Venedig, nur diese singen dann. Sehr unterhaltsam mit einer leichten Note von Anis. Merci Monsieur Armel!

Am Nachmittag testen wir das örtliche Schwimmbad. Der einzig mögliche Aufenthaltsort zwischen 16-18 Uhr ist das Wasser. Danach wird das Schlauchboot noch einmal ausgepackt und startklar gemacht.

marais poitevin
marais poitevin

Unser Stellplatz hat einen direkten Zugang zum Wasser. Auf gehts. Und nun entfaltet diese Wasserwelt ihren vollen Zauber. Zur Abendsonne ist Monsieur Armel längst nach Hause gegangen, die meisten Touristen auch, und wir entdecken Flora,  Fauna und Tierwelt ganz eigen. Bisamratten, Krebse, Käfer grüßen vom Ufer aus.

bieber

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marais

Decouverte du Monde, Heimatkunde hautnah. Die Kinder sind begeistert.

“ Ihr werdet jetzt lachen, aber Papa steht morgen 5 Uhr morgens auf und geht wieder paddeln…“ heißt es hochmotiviert am Abend. Papa und Sohn wollen auf große Tour! Haben tatsächlich sehr gelacht. Am nächsten Morgen: 5 Uhr wird es nicht ganz, aber 7 Uhr stechen sie schlaftrunken in See, mit Kompaß, Fernglas und Fotoapparat. Riesenkrebse, Bisamratten und anderes Getier wird gesichtet.

Leider keinen Fisch gefangen und kein Baguette und Croissants gejagt. Aber die Mädels warten mit Frühstück auf die Abenteurer.

Notiz an uns selbst: in den Spreewald müssen wir auch mal wieder!

 

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